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BTRFS

BTRFS ist ein modernes Copy-on-Write-Dateisystem (COW) für Linux, das auf die Implementierung erweiterter Funktionen abzielt und gleichzeitig den Schwerpunkt auf Fehlertoleranz, Reparatur und einfache Verwaltung legt. Seine Hauptfunktionen und Vorteile sind:

Dateisystem Erstellung

Ein BTRFS Dateisystem wird mit mkfs.btrfs erstellt. Die häufigsten Optionen, die bei der Erstellung des Dateisystems mit angeben werden sind:

Beispielbefehl

Dieser Befehl gibt dem Dateisystem einen Namen, verwendet den xxhash Algorithmus für Checksummen und deaktiviert die Funktionen raid56 und quota:

# mkfs.btrfs -L "Label-Name" --csum xxhash -O ^raid56,^quota

Subvolumen

Ein BTRFS-Subvolumen ist ein Teil eines Dateisystems mit einer eigenen, unabhängigen Datei-/Verzeichnishierarchie und einem Inode-Nummern-Namespace. Subvolumen können Dateibereiche gemeinsam nutzen.

Hinweis: Subvolumen können verwendet werden, um bei der Erstellung eines Snapshots dieses Subvolumen auszulassen. Da immer nur das angebe, Subvolumen von einem Snapshot betroffen ist und andere Subvolumen nicht mit gesichert werden.

Für weitere Informationen siehe:

Subvolumen Erstellung

Dieser Befehl geht davon aus, dass man sich im Root Verzeichnis seines Btrfs Dateisystems (Subvolume ID 5) befindet. Und legt gleich mehrere Subvolumen auf einmal an. @ für das Betriebssystem Wurzel Verzeichnis, @home für das /home Verzeichnis @cache für /var/cache und @.snapshots für spätere Snapshots Ablage unter /.snapshots.

# btrfs subvolume create @ @home @cache @.snapshots

Optionales @log Subvolumen

Für spätere forensische Untersuchungen der Logs, könnte man das Verzeichnis /var/log in einem eigenen Subvolumen @log auslagern, damit bei einem Rollback des @ Subvolumes die Logs erhalten bleiben.

Die Auslagerung des /var/log Verzeichnisses in ein separates beschreibbaren Subvolumen ist eine Voraussetzung, falls man vorhat in einem Readonly Snapshots seines @ Subvolumen zu booten.

Subvolumen Mounten

Es folgt ein Beispiel Mount Befehl, um ein angelegtes Subvolumen direkt zu mounten. Die wichtige Mount Option ist hierbei subvol= womit das gewünschte Subvolumen angeben wird. Andere beliebte Mount Optionen sind noatime,compress=zstd,discard

# mount -t btrfs -o noatime,subvol=@ /dev/sdX /mnt/

Beispiel fstab Eintrag

Es folgt ein umfangreicher Beispiel fstab Eintrag:

UUID=c6757eef-ba72-4038-847f-a2ef19cf9c52 / btrfs rw,noatime,compress=zstd:3,ssd,space_cache=v2,subvol=/@ 0 0

Snapshots

Ein Snapshot ist ebenfalls ein Subvolumen, jedoch mit einem vorgegebenen Anfangsinhalt des ursprünglichen Subvolumen. Ein Subvolumen hat immer die Inode-Nummer 256. Somit kann ein Snapshot wie eine schnelle Art von Referenzierung mit dem Inhalt eines anderen Subvolumen betrachtet werden, das sich nicht mit ändert.

Hinweis: Subvolumen können verwendet werden, um bei der Erstellung eines Snapshots dieses Verzeichnis (Subvolumen) auszulassen. Da immer nur das Angebe Subvolumen von einem Snapshot betroffen ist und andere Subvolumen nicht mit gesichert werden.

Snapshot Anlegen

Ein Snapshot wird so angelegt:

btrfs subvolume snapshot [-r] <subvolume> <Speicherort des Snapshots>
Siehe auch

Snapshot Automation

Das Anlegen von eines Snapshots lässt sich mithilfe verschiedener Tools automatisieren. Eins davon ist yabsnapAUR. Für eine Erläuterung siehe dazu:

chroot Hinweis

Es ist meist nicht gewollt, aus dem Wurzelverzeichnis (ID 5) in ein Subvolume zu chrooten. Angenommen die Dateisystem Wurzel ist unter /mnt/btrfs gemountet und hier liegt ein Subvolume @ (/mnt/btrfs/@):

Dann möchte man nicht:

chroot /mnt/btrfs/@

sondern vielmehr in das gemountet Subvolumen chrooten:

mount --mkdir -t btrfs -o noatime,subvol=@ /dev/sdX /mnt/btrfs-@/
chroot /mnt/btrfs-@/

Swapdatei

Wenn eine Swapdatei verwendet werden soll, gibt es ein paar Dinge zu beachten:

Swapdatei anlegen

# btrfs filesystem mkswapfile -U clear -s 2G <Datei>

Offset der Swapdatei bestimmen

btrfs inspect-internal map-swapfile -r <swapdatei>

siehe auch

NO_COW

Verzeichnis und/oder Dateien, deren Inhalt sich schnell und häufig ändert, wirkt sich COW nachteilig auf die Geschwindigkeit des Dateisystems aus.

Wichtig: für NO_COW Dateien werden keine Checksummen gebildet. Dadurch kann keine stille Datenbeschädigung festgestellt werden. Und damit auch die Selbstheilung der Dateien deaktiviert, falls diese z.b. durch ein RAID1 Profil redundant vorgehalten werden. Da Btrfs schlicht und einfach nicht mehr feststellen kann, welche Version der Datei die noch intakte Variante ist.

Beispiele hierfür sind:

Für solche Anwendungsfälle lässt sich COW deaktivieren. Dies kann mithilfe des C ACL Flags erreicht werden. Wird das Flag auf ein Verzeichnis angewandt, so bekommen alle neu angelegten Dateien automatisch das C (nocow) zugewiesen.

Soll hingegen das C Flag auf eine Datei direkt angewandt werden, muss sichergestellt sein, dass diese Datei leer ist.

Ergänzender weise sei noch die nodatacow mount Option erwähnt. Diese lässt sich aber meist nicht verwenden, da momentan Subvolumen noch nicht mit unterschiedlichen Mount Optionen gemountet werden können. Und somit dies nicht größtenteils nicht sinnvoll genutzt werden kann.

Beispiele

Setzen des C Flags

chattr +C <Verzeichnis/Datei>

Nachträgliches setzten des C Flags auf eine Datei mit Inhalt

$ mv /path/to/dir /path/to/dir_old
$ mkdir /path/to/dir
$ chattr +C /path/to/dir
$ cp -a --reflink=never /path/to/dir_old/. /path/to/dir
$ rm -rf /path/to/dir_old

Auswirkungen auf Snapshots

Für einen Snapshot ist COW erfoderlich. Aus diesem Grund wird beim anlegen eines Snapshots bei der ersten Schreibopertation auf eine NO_COW Datei. Eine COW Kopie für den Snapshot erstellt. Die nachfolgenden Schreibforgänge erfolgen dann wieder mit NO_COW. Da das anlegen häufiger Snapshots von solchen Dateien wieder die Geschwindigkeit negativ beinflusst. Wird empfholen solche Dateien in einen eigenes Subvolumen unterzubringen das von dem Snapshot ausgeschlossen wird.

siehe auch

Ermittlung des Speicherplatzes

Einleitung

BTRFS kann sehr Speicherplatz effizient Daten vorhalten, indem die COW Eigenart des Dateisystems genutzt wird. Statt eine Datei ein zweites Mal physikalisch zu kopieren, wird stattdessen auf diese referenziert. Das sorgt dafür, dass nur neue Änderungen tatsächlich gespeichert werden müssen, und der Kopiervorgang ist quasi sofort erledigt. Nach diesem Prinzip arbeiten auch die Snapshots.

Leider kommen übliche Tools wie z.B.df und du mit solch referenzierten Daten nicht mit klar. Und zeigen somit nicht die ganze Wahrheit an. Diese Tools beziehen sich nur auf die Daten des aktuellen Subvolumen, und berücksichtigen nicht das Daten vielleicht noch in einen Snapshot referenziert vorliegen. Somit kann es vorkommen, dass Daten im Subvolumen @ gelöscht wurden, df meldet, dass der Speicherplatz freigeben wurde, aber tatsächlich diese Daten noch in einem Snapshot vorliegen. Genau sowenig kann das normale du keine referenzierten Daten anzeigen.

BTRFS eigene Speicherplatz Verwaltungstools

Aus diesem Grund haben die btrfs-tools ihre eigenen Varianten von diesen Tools. Die Referenzierungen und Komprimierung mit berücksichtigen.

btrfs filesystem df

btrfs filesystem df zeigt somit unter anderem an:

Beispielausgabe
$ btrfs filesystem df /path
Data, single: total=1.15TiB, used=1.13TiB
System, single: total=32.00MiB, used=144.00KiB
Metadata, single: total=12.00GiB, used=6.45GiB
GlobalReserve, single: total=512.00MiB, used=0.00B

btrfs filesystem du

btrfs filesystem du zeigt genauso wie sein analoger Bruder du die Speicherplatzbelegung einzelner Dateien, und/oder die Summe ganzer Verzeichnisse an. Nur mit dem Unterschied, das zusätzlich noch angezeigt wird, ob die Menge an Daten einzigartig sind (keine weiteren Referenzen besitzen) oder noch durch eine Refernez in einem Subvolumen oder Reflink Kopie geteilt wird.

Beispielausgabe
$ btrfs filesystem du -s /home/ 
     Total   Exclusive  Set shared  Filename
  21.55GiB     5.85GiB    14.94GiB  /home/

btrfs filesystem usage

btrfs filesystem usage ist die nützlichste Speicherplatzanzeige, die, btrfs-toolszu bieten haben, dies muss auf ein Mountpoint des Dateisystems mit Root Rechten ausgeführt werden. Sie zeigt eine komplette Übersicht des ganzen Dateisystems an für die einzelnen Datenstrukturen wie: Data, Metadaten und System und was noch viel wichtiger ist, wie viel Speicherplatz das Dateisystem für bereits allokiert hat, und wie viel unallokierter Speicherplatz noch zur Verfügung steht (Tatsächlicher freier Speicher).

Damit Allokierter Speicherplatz wieder freigeben werden kann, so müssen alle Dateien/Daten in einem Extent zur Löschung markiert worden sein. Oder ein btrfs balance durchgeführt werden, um die Extents neu effizienter zusammenzupacken.

Beispielausgabe
# btrfs filesystem usage / 
Overall:
    Device size:		931.51GiB
    Device allocated:		119.06GiB
    Device unallocated:		812.45GiB
    Device missing:		    0.00B
    Device slack:		    0.00B
    Used:			111.34GiB
    Free (estimated):		818.18GiB	(min: 411.96GiB)
    Free (statfs, df):		818.18GiB
    Data ratio:			     1.00
    Metadata ratio:		     2.00
    Global reserve:		237.06MiB	(used: 0.00B)
    Multiple profiles:		       no
 
Data,single: Size:115.00GiB, Used:109.26GiB (95.01%)
   /dev/mapper/luks-main	115.00GiB
 
Metadata,DUP: Size:2.00GiB, Used:1.04GiB (51.81%)
   /dev/mapper/luks-main	  4.00GiB
 
System,DUP: Size:32.00MiB, Used:16.00KiB (0.05%)
   /dev/mapper/luks-main	 64.00MiB
 
Unallocated:
   /dev/mapper/luks-main	812.45GiB

Siehe auch